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Sonntag, 18. Juli 2010

Ein Loblied den Hülsenfrüchten !

Hülsenfrüchte wie Bohnen, Linsen, Erbsen und die von mir besonders geschätzten Kichererbsen sind leider völlig aus der Mode gekommen. Sie fristen im Supermarkt ein kümmerliches Dasein . Meist entweder irgendwo im untersten Regal schamhaft versteckt. Oder man muss sie mittlerweile in der Feinkostabteilung suchen, was für dieses "Arme-Leute-Essen" schon irgendwie bizarr anmutet.

Hülsenfrüchte sind kein Bestandteil der von mir ansonsten bevorzugten Steinzeit-Ernährungsweise, da sie erst seit einigen Hundert bis einigen Tausend Jahren angebaut und verzehrt werden. Allerdings enthalten sie aber auch kaum schnellverdauliche Kohlenhydrate, sondern ganz überwiegend langsam verdauliche Kohlenhydrate, und das ist gut.

Hülsenfrüchte erfüllen unsere Forderungen sowohl nach gesunder als auch nach billigstmöglicher Kost. Und man kann sie enorm vielseitig zubereiten, es wird nie langweilig oder eintönig.

Was ist an Hülsenfrüchten gesund ?
Sie sind reich an Mineralien (Kalium, Calcium, Magnesium, Eisen) und einigen Vitaminen. Sie sind sehr reich an Ballaststoffen (um die 20 Gramm je 100 g getrocknete Bohnen) und damit eine hervorragende Quelle. Sie sind ebenfalls eine reichhaltige Quelle für Eiweiss, auch wenn darin einige wichtige Aminosäuren fehlen.

Sie sind in getrocknetem Zustand sehr einfach und ohne Kühlung (Stromkosten!) sehr lange haltbar und können daher billig in grösseren Mengen eingekauft werden. Im Supermarkt sind Hülsenfrüchte (das ehemalige Arme-Leute-Essen) mittlerweile schon sehr teuer, aber im Versandhandel oder "beim Türken" gibt es sie noch in Gebindegrössen zwischen 1 und 10 Kilo zu sehr fairen Preisen.

Viele Menschen lehnen Hülsenfrüchte wegen Verdauungsproblemen ab. Tatsächlich, wenn man sie nicht regelmässig verzehrt, sind vor allem Bohnen eine ziemliche Last für die Eingeweide. Viele Menschen sind es gar nicht mehr gewohnt, nennenswerte Mengen der gesunden Ballaststoffe zu verzehren und reagieren mit Völlegefühl. Dazu kommen dann noch mehr oder weniger heftige Gärungen im Dickdarm durch bestimmte Zuckerstoffe - die Darmflora freut sich über den ungewohnten Segen und feiert Party ! Das führt zu Geblubber im Dickdarm, Blähungen und Darmwinden.
Mein Rat dazu: einfach mit wenig Hülsenfrüchten anfangen. Die Darmflora braucht ein paar Tage, vielleicht zwei Wochen, bis sie sich auf die veränderte (sehr darmgesunde !) Kost eingestellt hat. Dann lassen die Blähungen nach und sind auch nicht mehr schmerzhaft, das unangenehme Völlegefühl verschwindet und macht einer angenehmen und dauerhaften Sättigung Platz.

Habe ich schon erwähnt, dass man Hülsenfrüchte auf 1001 Art zubereiten kann ? In der deutschen und westeuropäischen Küche gibt's ja nicht viel mehr als recht einfallslose Bohneneintöpfe, "Gebackene Bohnen auf Toast" und mit Ach und Krach mal einen Bohnensalat beim Griechen. Richtig spannend wird es jedoch erst, wenn man Europa's Küche verlässt und nach Asien oder in den mittleren Osten blickt. Dort zählen Bohnen, Linsen, Erbsen und insbesondere die Kichererbse seit Menschengedenken zu den absoluten Grundnahrungsmitteln, als Ersatz für das zu teure Eiweiss aus Fleisch. Sie werden auf sehr vielseitige Art und Weise zubereitet und auch mit vielen leckeren Gewürzen versehen von einer Qual zu einer Delikatesse.

Bestes Beispiel: "Hummus" aus Kichererbsen: (Bild mit Dank an Wikipedia)
Hummus ist eine sehr bekannte und beliebte Vorspeise im ganzen Nahen Osten. Sie besteht aus gekochten und pürierten Kichererbsen, vermischt mit Sesampaste ("Tahin", gibt's auch im 'Türkenladen'), abgeschmeckt mit Zitronensaft, Salz, Pfeffer, etwas Olivenöl und Kreuzkümmel und Knoblauch nach Geschmack. Gegessen wird es mit Brot. Enorm lecker, schnell hergestellt, sehr preiswert, sehr sättigend und nie langweilig. Jeder, dem ich es vorsetze, will das Rezept haben - oder ich soll's beim nächsten Treffen wieder mitbringen !

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